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Spinalkanalstenose der Lendenwirbelsäule (Wirbelkanalverengung)

Spinalkanalstenose der Lendenwirbelsäule (Wirbelkanalverengung)

Erkrankungen der Wirbelsäule zählen zu den häufigsten Beschwerdebildern in den modernen Industriestaaten. Infolge Belastung und Degeneration (Abnutzung) der Bandscheiben mit Höhenverlust kann die Wirbelsäule instabil werden. Der Körper versucht die Stabilität der Wirbelsäule durch Abstützungsreaktionen, d. h. Verstärkung des Knochens, der Gelenke und Bänder wiederherzustellen. Dies führt jedoch zur Spondylarthrose (Verdickung der Gelenke) und Spondylose (Veränderungen an Wirbelkörpern). Zudem kann sich die Bandscheibe in den Wirbelkanal vorwölben. Insgesamt verursachen diese Veränderungen eine Einengung des Wirbelkanals - die sogenannte Spinalkanalstenose (siehe Abbildung 2). Die im Wirbelkanal verlaufenden Nervenwurzeln haben dann weniger Platz und werden gedrückt (komprimiert). Dies führt zu Schmerzen und neurologischen Ausfällen bis hin zu Lähmungen und Blasenfunktionsstörungen.

Normale Weite des Spinalkanals

Abbildung 1: Normale Weite des Spinalkanals.

Einengung des Spinalkanals (Spinalkanalstenose)

Abbildung 2: Einengung des Spinalkanals (Spinalkanalstenose).

Führendes Symptom der Spinalkanalstenose sind Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in beide Beine mit oder ohne neurologische Ausfälle. Häufig wird Linderung durch kurzes Anhalten und eine nach vorn gerichtete Beugung oder durch kurzes Setzen erreicht.

Die Wegstrecke und damit die Mobilität ist häufig erheblich eingeschränkt.

Als Behandlungsmaßnahmen kommen zunächst konservative Therapien zum Einsatz. Wenn die konservativen Massnahmen nicht ausreichen oder sogar neurologische Defizite vorliegen – dann kommen operative Behandlungen mit in der Regel minimalinvasiven Techniken mit oder ohne zusätzliche stabilisierende Verfahren wie Coflex (dynamisches U) oder Fixateur interne in Frage. Dabei gilt es, in erster Linie die Nerven von ihrem Engpaß zu befreien, d. h. zu dekomprimieren. Durch die Wegnahme des Drucks erholen sich die Nerven und die Beschwerden bilden sich zurück.

Diagnostik

Entscheidende Hinweise ergeben sich aus den Schilderungen der Patienten.

Mittel der Wahl für den bildlichen Nachweis einer Spinalkanalstenose ist die Kernspintomographie (MRT). Unter Umständen kann eine Computertomographie (CT) zur Beurteilung der knöchernen Strukturen zusätzlich sinnvoll sein.

Bei Verdacht auf zusätzlich vorhandene Instabilitäten der Wirbelsäule sollten in Ergänzung Röntgen-Funktionsaufnahmen in Vor- und Rückneigung (Inklination – Reklination) angefertigt werden.

Seitliches MRT-Bild (T2) bei absoluter Spinalkanalstenose L4/5

Seitliches MRT-Bild (T2) bei absoluter Spinalkanalstenose L4/5.

Axiales Bild (T2) bei absoluter Spinalkanalstenose L4/5

Axiales Bild (T2) bei absoluter Spinalkanalstenose L4/5.



Natürlicher Verlauf

Im Gegensatz zum Bandscheibenvorfall handelt es sich bei der Spinalkanalstenose um eine Erkrankung, welche sich nicht akut, sondern über einen längeren Zeitraum langsam entwickelt. Die Patienten beschreiben in der Regel eine langsame Zunahme der Beschwerden über Monate oder Jahre hinweg.

Konservative Therapie

Sofern keine neurologischen Ausfallserscheinungen vorliegen, besteht initial die Indikation zur konservativen Therapie. Zur Anwendung kommen eine Menge an Methoden und Verfahren. Allerdings fehlen evidenzbasierte Erkenntnisse zu deren Effektivität.

Krankengymnastik, physikalische Therapie und manuelle Therapie können die bewegungseinschränkung der Patienten günstig beeinflussen. Othhesen, Mieder etc. sollten nur vorübergehend zur Linderung bewegungsabhängiger Schmerzen angewendet weden.

Die medikamentöse konservative Therapie besteht in der Regel aus der Gabe von analgetischen und antiphlogistischen Substanzen wie z.B. Diclofenac oder Ibuprofen.

Darüber hinaus kommen therapeutische Infiltrationen zur Anwendung: Facetteninjektionen, epidurale Injektionen (PDA) oder periradikuläre Injektionen (Nervenwurzelblockaden).

Operative Therapie

Die am weitesten verbreitete und sehr häufig durchgeführte Operation bei Spinalkanalstenose ist die so genannte mikrochirurgische Dekompression.

Die mikrochirurgische Erweiterung des Wirbelkanals ist eine sehr effektive und in erfahrenen Händen sehr sichere Methode. Die Operation bringt in den meisten Fällen eine unmittelbare Besserung. Dabei werden unter dem Mikroskop alle Strukturen, die auf die Nerven drücken beseitigt. Wenn zusätzlich Instabilitäten (z.B. Wirbelgleiten) vorliegen, dann sollte neben einer Erweiterung des Wirbelkanals eine zusätzliche Stabilisierung erfolgen.