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Bandscheibenvorfall der HWS

Bandscheibenvorfall der HWS

Ursache des Bandscheibenverschleisses (Bandscheibendegeneration) ist ein multifaktorieller Prozess , der mechanische, zelluläre und biochemische Komponenten beinhaltet. Die menscliche Bandscheibe unterliegt einem altersabhängigem Umbauprozess, der mit zunehmenden Alter fortschreitet. Als wesentliche nicht genetischer Faktor muss die axiale Belastung angesehen werden. Insgbesondere im Bereich der unteren Halswirbelsäule ist der Verschleiss verstärkt ausgeprägt. Ursache dafür ist einerseits die vermehrte Belastung im Übergangsbereich zur wenig beweglichen oberen Brustwirbelsäule und andererseits die Tatsache, dass die Druckbelastung pro cm2 durch das relativ hohe Kopfgewicht sehr gross ist.

Wie bereits zuvor erklärt bedingt Belastung, d. h. Krafteinwirkung oder Druck eine Austrocknung und damit einen Elastizitätsverlust und dadurch eine Brüchigkeit der Bandscheibe. Wenn es dann zu einem Riss in dem geschädigten äußeren Ring (Faserrring) kommt quetscht sich der weiche innere Kern nach außen.

Die häufigsten Bandscheibenvorfälle werden an der Halswirbelsäule zwischen dem 5 und 6. und dem 6. und 7. Halswirbel gefunden und sind vorwiegend im hinteren Abschnitt des Faserrings lokalisiert, da dort kleine Narben von der ehemaligen Gefäßversorgung der Bandscheibe zurückgeblieben sind und deshalb der Faserring an dieser Stelle besonders schwach ist und leichter einreißen kann. Das herausgetretene Gewebe kann dann zu einer Irritation bzw. Druckschädigung des Rückenmarkes oder der aus dem Rückenmark abgehenden Spinalnervenwurzeln führen. Auch Fehlstellungen der Halswirbelsäule mit einer so genannten Steilstellung oder sogar Kyphose können resultieren. Dies führt dann zu einer Fehlbelastung der Wirbelgelenke und Muskeln.

Führendes Symptom sind vom Nacken ausgehende und in den Arm bis in die Hand ausstrahlende Schmerzen. Es können jedoch auch Gefühlsstörungen und Lähmungserscheinungen auftreten, wenn der Druck der Bandscheibe auf die Nervenwurzeln sehr stark ist.

Die Bahandlungsmaßnahmen sind in erster Linie von der Art der Schmerzen, den neurologischen Ausfällen und dem bildmorphologischen Befund abhängig, wobei grundsätzlich zwischen konservativer (Schmerzmedikamente + Krankengymnastik + lokale Injektionen) und minimalinvasiver operativer Therapie (Foraminotomie, künstliche Bandscheibe, Fusion) unterschieden wird. Die Therapie richtet sich nach einem Stufenschema. Wenn eine Form der Therapie nicht den gewünschten Erfolg innerhalb eines Zeitfensters von 3-4 Wochen zeigt, dann muss die nächste – intensivere- Stufe eingeleitet werden. Zu langes Festhalten an Behandlungsmaßnahmen ohne eine Besserung können zur Chronifizierung der Beschwerden mit der Entstehung des so genannten Schmerzgedächtnisses führen.